Ray High Essay
Und was soll das alles mit diesem blöden Frosch?!
Wer ein wenig Zeit auf meiner Website verbringt, wird früher oder später über einen Frosch stolpern.
Mal sitzt er zwischen Computern. Mal taucht er in einer Feldnotiz auf. Mal schaut er aus einem Bild heraus, als hätte er die Welt längst verstanden und beschlossen, sich darüber nicht weiter aufzuregen.
Manche Besucher werden sich vermutlich fragen:
Was soll das alles mit diesem blöden Frosch?
Eine berechtigte Frage.
Schließlich handelt es sich hier weder um eine Amphibien-Fanseite noch um ein geheimes Rekrutierungsprogramm für Frösche mit Führerschein.
Der Frosch ist eher zufällig entstanden.
Wie viele gute Ideen.
Irgendwann tauchte er auf. Dann wieder. Und irgendwann wurde aus einer kleinen Spielerei eine Figur.
Vielleicht deshalb, weil Frösche etwas verkörpern, das in unserer modernen Welt erstaunlich selten geworden ist.
Sie haben es nicht eilig.
Ein Frosch sitzt stundenlang auf einem Stein, beobachtet die Umgebung und springt nur dann los, wenn es tatsächlich einen Grund dafür gibt.
Die moderne Welt funktioniert oft genau umgekehrt.
Alles muss schneller werden. Neue Geräte. Neue Modelle. Neue Trends. Neue Plattformen. Neue Aufregungen.
Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, wird bereits das nächste große Ding angekündigt.
Manchmal frage ich mich, ob wir nicht längst mehr Zeit damit verbringen, Dinge zu ersetzen, als sie tatsächlich zu nutzen.
Ein Computer wird ausgetauscht, obwohl er noch funktioniert.
Ein Smartphone landet in der Schublade, obwohl lediglich der Akku schwächelt.
Ein Drucker wird entsorgt, weil eine Reparatur wirtschaftlich angeblich keinen Sinn mehr ergibt.
Die Wegwerfgesellschaft hat ein bemerkenswertes Talent entwickelt:
Sie wirft nicht nur Dinge weg.
Sie wirft auch die Zeit weg, die in ihnen steckt.
Rohstoffe. Energie. Arbeitsstunden. Transportwege. Ideen.
Alles verschwindet hinter dem Versprechen, dass das nächste Modell bestimmt noch ein wenig besser sein wird.
Der Frosch scheint davon wenig beeindruckt zu sein.
Vielleicht sitzt er deshalb so oft herum.
Nicht aus Faulheit.
Sondern weil er sich die Freiheit nimmt, Dinge länger zu betrachten.
Genau dort beginnt eine Idee, die inzwischen einen Namen bekommen hat:
♻️ ReLife.
ReLife beschreibt die Haltung: Dinge nicht vorschnell wegzuwerfen, Ressourcen wertzuschätzen und vorhandene Technik länger zu nutzen.
Aus dieser Haltung entstand später der Ray High® RootTech Standard.
RootTech übersetzt die Froschlogik in technische Kriterien: Linux-Nutzbarkeit, Reparierbarkeit, Aufrüstbarkeit und Kontrolle durch den Besitzer.
Der Frosch hätte vermutlich nichts gegen diese Entwicklung.
Er sitzt immer noch auf seinem Stein und fragt lediglich:
Muss das wirklich weg?
Der Gedanke dahinter ist erstaunlich einfach.
Nicht alles muss ersetzt werden.
Manches muss nur gepflegt, repariert oder neu gedacht werden.
Ein alter Computer bekommt Linux und läuft weitere Jahre.
Ein Möbelstück wird aufgearbeitet.
Ein Gerät erhält einen neuen Akku.
Ein Gegenstand bekommt eine zweite Chance.
Nachhaltigkeit beginnt nicht immer mit Verzicht.
Manchmal beginnt sie damit, etwas nicht wegzuwerfen.
Vielleicht ist das sogar die ehrlichste Form von Nachhaltigkeit.
Nicht die Suche nach dem perfekten Produkt.
Sondern die Wertschätzung für Dinge, die bereits existieren.
Und genau deshalb taucht der Frosch hier immer wieder auf.
Er erinnert mich daran, gelegentlich langsamer zu werden.
Genauer hinzusehen.
Nicht jedem Trend hinterherzuspringen.
Und mich zu fragen, ob etwas wirklich ersetzt werden muss.
Oder ob es vielleicht einfach nur Zeit für ein kleines ReLife wäre – und technisch betrachtet für ein wenig RootTech.
Der Frosch selbst scheint die Antwort bereits zu kennen.
Er sitzt jedenfalls immer noch auf seinem Stein.
Und wirkt dabei erstaunlich zufrieden.
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